2021 – Gartentipp


2022 – Gartentipp 3 – Grün und krautig im Winter

Der Garten im Winter nur grau und braun? Keinesfalls! Erste Blüten erscheinen an Sträuchern; so manche Staude friert in der kalten Jahreszeit nicht zurück und bleibt auch über den Winter grün. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie laden Sie zu einem Rundgang durch Ihren Garten ein.

In milden Wintern ohne Schnee sieht mancher Garten richtig grün aus. Immergrüne Gehölze, grüne krautige Pflanzen und Gräser strukturieren den Garten. Raureif sieht dann besonders attraktiv aus.

Wintergrün ist nicht immergrün

Während es Gehölze mit wirklich immergrünen Nadeln oder Blättern gibt, ist es bei Stauden eher ungewöhnlich. Sie sind „wintergrün“ und verbleiben in normalen Wintern grün. Dies bedeutet oft auch einen Wachstumsvorsprung in der neuen Vegetationszeit. Starke Fröste ohne Schnee jedoch, sogenannte Kahlfröste, können die Pflanzenzellen stark schädigen. Dann werden auch die grünen Blätter braun und sterben ab. Im Frühjahr treiben die Stauden in der Regel wieder aus.

Auf geht’s zum Gartenspaziergang

Bei den wintergrünen Kräutern handelt es sich meist um Halbsträucher, die eine Zwischenstellung von Staude und Gehölz einnehmen. Currykraut, Lavendel, Rosmarin, Salbei und Thymian mit ihren „nadligen“ oder grauen Blättern gehören zu dieser Gruppe.

Im eher schattigen Gartenbereich findet man die großen Bergenienblätter, die sich bei tiefen Temperaturen auch etwas rötlich verfärben. Christrosen und Nieswurz warten nicht nur mit Blüten im Winter auf, sie besitzen auch sattgrüne Laubblätter. Bei den Elfenblumen (Epimedium) gibt es Sorten, deren Laub nicht zurückfriert, sondern grün die Wintermonate überdauert. Auch Farne, wie der Hirschzungenfarn oder der Wurmfarn bleiben in milden Wintern kräftig grün.

Während viele wintergrüne Stauden oft derbe, ledrige und kräftige Blätter besitzen, gibt es auch solche mit weicherem Laub. Dazu gehört beispielsweise der veränderliche Storchschnabel (Geranium versicolor). Oder auch die verschiedenen Purpurglöckchen (Heuchera), die eine breite Palette an unterschiedlichen Blättern bieten: mit rotem, hellgrünem, bronzefarbigem und und silbrigem Laub und ganzrandigen, gewellten oder gezackten Rändern.

Zweijährige Pflanzen bilden im ersten Jahr eine kräftige Blattrosette, bevor in der nächsten Vegetationszeit die Blüten erscheinen. Besonders imposant sind die grauen und filzigen Blattrosetten der Königskerze. Weitere Vertreter, die den Garten im Winter grün halten sind Freiland-Yucca und Brandkraut, die im Sommer mit Blüten aufwarten, die hoch über den Blättern stehen. „Grüne“ Gräser wie die Vogelfuß-Segge gestalten mit ihren schmalen Blättern, bringen Bewegung und Leichtigkeit in den Garten.

Nutzen Sie die Zeit für einen Gartenspaziergang. Entdecken Sie Ihre winterlichen grünen Gartenschätze. Bei frostigen Temperaturen zaubert der Raureif kleine Diamanten auf die grünen Pflanzen.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/292780/index.php

2021 – Gartentipp 50 – Der Weihnachtsbaum im Topf

Geschmückte Nadelbäume zieren die weihnachtlichen Zimmer. In warmen Räumen fallen jedoch schnell die Nadeln ab, wenn die Wasserversorgung fehlt. Immer wieder werden deshalb Weihnachtsbäume im Topf verwendet. Damit Sie lange Freude daran haben, geben Ihnen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie Tipps.

Der Trend geht zum „Zweit-Weihnachtsbaum“, der Balkon, Terrasse oder Eingangsbereich schmückt. Gerade hierfür sind „Weihnachtsbäume“ im Topf besonders gut geeignet.

Weihnachtlicher Topfbaum im Freien

Eigentlich können alle Nadelgehölze (Koniferen) in einem Topf gepflegt werden. Allerdings wachsen manche sehr schnell, so dass sie dafür nur für eine recht kurze Zeit geeignet sind. Natürlich kann man keinen zwei Meter hohen Baum im Topf erwarten. Doch auch kleinere und kompakte Pflanzen lassen sich sehr schön weihnachtlich dekorieren.

Heute findet man fast nur Nordmanntanne, wenn man einen geschlagenen Weihnachtsbaum sucht. Im Topf hält sich diese Pflanze aber nicht sehr lang, da sie doch eigentlich ein großer Baum werden möchte. Schon nach wenigen Jahren muss sie deshalb in den Garten ausgepflanzt werden. Ähnlich verhält es sich beispielsweise auch mit der Serbischen Fichte.

Zwerg-Formen verschiedener Koniferen dagegen wachsen oft sehr kompakt und langsam. So können die Nadelgehölze auch viele Jahre in Gefäßen verbleiben. Es eignen sich besonders gut Zuckerhutfichte, Koreatanne, Zwerg-Blaufichte sowie verschiedene Kiefernarten. Im Sommer sind sie mobiles Immergrün und im Winter werden sie sichtbar als weihnachtlicher Schmuck aufgestellt.

Immergrüne Nadelgehölze verdunsten auch im Winter Wasser. Gießen Sie deshalb immer wieder an frostfreien Tagen. Ein schattiger oder halbschattiger Standort verringert die Verdunstung, was besonders bei einem durchgefrorenen Topf wichtig ist, da die Wurzeln kein Wasser aufnehmen können. Zudem schädigt dort die Wintersonne nicht. Das Einwickeln des Topfes mit Schutzmaterial (Noppenfolie, Kokosmatten, Wollvlies etc.) verhindert das ständige Auftauen und Durchfrieren des Wurzelbereiches.

Nach einigen Jahren sind die Töpfe durchwurzelt. Dann topft man die Pflanzen in ein größeres Gefäß. Zum Umtopfen am besten eine Kübelpflanzenerde verwenden. Diese Substrate sind strukturstabil, speichern Wasser und Nährstoffe. Im Frühling können Sie mit einem Koniferen–Langzeitdünger Nährstoffe zuführen.

Topf-Weihnachtsbaum im Zimmer

Stellen Sie grundsätzlich Weihnachtsbäume im Topf nur für eine kurze Zeit in einen warmen Raum. Am besten ist es, die Topfbäume erst am Heilig Abend oder kurz davor von draußen zu holen. Zu Neujahr schmückt er dann schon wieder einen kalten Platz im Haus oder besser auf Balkon und Terrasse und verbreitetet dort noch weihnachtliche Stimmung.

Die grünen Nadeln verdunsten Wasser. In warmen und lufttrockenen Räumen benötigen die Pflanzen mehr als im Freien. Eine ausreichende Wasserversorgung ist wichtig. Gießen Sie deshalb regelmäßig Ihren Weihnachtsbaum, um eine Wassernachlieferung sicherzustellen. Ist der Wurzelballen jedoch zu nass, bilden sich leicht Wurzelfäulen.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung